Friedrich-Schiller-Universität Jena

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Zukunftsmarkt 65plus

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Zukunftsmarkt 65plus
Dienstleistungen für Senioren entwickeln und umsetzen

Die heutige Generation 65plus ist aufgrund des demografischen Wandels nicht nur zahlenmäßig stärker, sie unterscheidet sich auch in ihren Ressourcen, Potentialen und Bedürfnissen von früheren Generationen. Mit der Verschiebung der Altersstruktur und den Veränderungen in der Lebenssituation dieser Altersgruppe wächst und verändert sich auch die Nachfrage nach Angeboten und Dienstleistungen. Neben Veränderungsbedarfen hinsichtlich der "klassischen" Themen des Alters und Alterns wie der medizinischen und pflegerischen Versorgung rücken zunehmend auch andere Themen wie Lebensgestaltung, Kultur, Bildung, Mobilität, intergenerationales Miteinander oder gesellschaftliche Teilhabe in den Blick. Diese Themen und Bereiche sind jedoch oft noch nicht oder nur bedingt erschlossen und bieten Potential für neue zukunftsweisende Angebote. Vor allem spezialisierte, zielgruppengerechte Angebote werden erforderlich sein, die gut durch selbständige Tätigkeiten oder kleinere (Untereinheiten in) Unternehmen abgedeckt werden können. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt auf die wissenschaftlich fundierte Konzipierung und langfristige Implementation eines Weiterbildungsstudiums an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ab.

Dieses Studienangebot soll Absolventinnen und Absolventen befähigen, Ideen für Angebote und Dienstleitungen für die Generation 65plus zu entwickeln und diese Ideen erfolgreich in eine (unternehmerische) Tätigkeit umzusetzen. Das Studium wird erstmals ab dem Sommersemester 2018 durchgeführt. Die Durchführung wird von einer umfassenden Evaluation begleitet. Im Vorfeld wurden mittels einer ausführlichen Markt- und Bedarfsanalyse aktuelle Bedarfe der Generation 65plus sowie Lücken und Anforderungen in der Begleitung, Betreuung und Unterstützung von Personen dieser Altersgruppe bestimmt. Darüber hinaus ist eine systematische Erkundung der Erwartungen und Studienvoraussetzungen potentieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Anforderungen und Vorstellungen der in der Praxis tätigen Unternehmen und Institutionen geplant. Die Festlegung der Studieninhalte und des didaktischen Konzepts erfolgt in enger Abstimmung mit den Lehrenden aus den beteiligten Disziplinen sowie Partnern aus der Praxis.

Studienkonzept

Form und Abschluss. Das Weiterbildungsstudium wird mit einem Hochschulzertifikat abgeschlossen und kann berufsbegleitend absolviert werden. Die geplante Studiendauer beträgt drei Semester.

Zielgruppe. Das Studienangebot richtet sich an Personen, die sich in der Beratung, Betreuung, Versorgung und Unterstützung von Personen der Altersgruppe 65plus weiterbilden möchten. Zielgruppe sind insbesondere jene Personen, die sich mit einem Angebot (z.B. Beratung, Dienstleistung) selbständig machen oder ein bestehendes Angebot vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse ausbauen wollen. Das Studium eignet sich für Studierende mit (abgeschlossenem) Erststudium sowie für Berufstätige und beruflich Qualifizierte, die über keinen formalen Hochschulzugang oder universitäre Vorerfahrung verfügen. Flexible Lehrarrangements sollen zudem auch jenen Personen eine Teilnahme ermöglichen, die durch berufliche und/oder familiäre Pflichten stark eingebunden sind.

Inhaltliches und didaktisches Konzept. Im Rahmen des Studiums werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den spezifischen Themen und Bedürfnissen der Altersgruppe 65plus auseinandersetzen. Hierzu werden aktuelle Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zum Thema Alter und Altern aus den unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Medizin, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Ernährungswissenschaften) transferfähig aufbereitet. Das Wissen über Potentiale und Ressourcen soll den Studierenden ermöglichen, wissenschaftlich begründete Ideen für Angebote und Dienstleistungen für die Altersgruppe 65plus zu entwickeln. Darüber hinaus werden unternehmerische und betriebswirtschaftliche Hintergründe vermittelt, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befähigen, die entwickelten Ideen erfolgreich und kostendeckend umzusetzen.

Es werden Präsenzveranstaltungen mit internetbasierten Selbststudienphasen im Rahmen eines Blended-Learning-Arrangements kombiniert. Die heterogenen Studienvoraussetzungen der Studierenden sollen hierbei ebenso berücksichtigt werden wie mögliche Hemmungen und Befürchtungen im Umgang mit neuen Lernformen und Medien. Zusätzlich zu einer handlungs- und erfahrungsorientierten Gestaltung der Lerninhalte soll das Studium durch Praxisphasen in lokalen Institutionen und Unternehmen ergänzt werden.

Praxispartner. Während der gesamten Projektphase wird großer Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Praxis gelegt. Eine engmaschige Beratung während der Konzeptionsphase soll eine umfassende Einschätzung der Bedarfslage der Generation 65plus ermöglichen. Außerdem soll durch einen engen Austausch eine hohe Passung zwischen den im Studium vermittelten Fähigkeiten und Fertigkeiten und den in der Praxis geltenden Anforderungen und Ansprüchen gesichert werden. Darüber hinaus stellen die Praxispartner bei der Akquise von Teilnehmern und der öffentlichen Bekanntmachung des Studienangebots sowie bei der Gestaltung der Studieninhalte und Vermittlung von Praxisphasen eine wichtige Unterstützungsquelle dar.

Zu den derzeit beteiligten Partnern aus der Praxis gehören: Agentur für Arbeit Jena, Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros, Diakonie Ostthüringen, Team Integrierte Sozialplanung & Pflegestützpunkt Jena.

Workshop-Reihe ZM65plus
Unter dem obigen Link finden Sie Informationen zur Workshop-Reihe, die im Wintersemester 2016/2017 stattfinden wird.

Arbeitspakete und Projektfortschritte (Veröffentlichungen)

Im Folgenden informieren wir Sie gern über die bereits abgeschlossenen Arbeitspakete und Ergebnisse, die im Verlauf unseres Projekts bisher erzielt wurden.

Marktanalyse

Im Rahmen einer umfangreichen Markterkundung wurden berufsbegleitende Weiterbildungsangebote gesichtet und dokumentiert, deren Zielgruppe Personen darstellen, die sich in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren und der Beratung, Betreuung und Unterstützung von Personen der Altersgruppe 65plus weiterbilden möchten. Ziel war es, einen Überblick über vorhandene Angebote, deren regionale Verteilung und deren Aufbau zu erhalten. Eine Beschreibung des Vorgehens und der gewonnenen Erkenntnisse sind hier zu finden: ZM65plus - Programmplanung Marktanalyse

Eine vollständige Dokumentation aller Angebote kann bei Bedarf hier angefordert werden.

Bedarfs- und Zielgruppenanalyse

Ziel ist es, eine möglichst hohe Passung zwischen der inhaltlichen Ausrichtung und Gestaltung des geplanten Studienprogramms und den Bedarfen der Praxis zu erreichen. Daher wurden im Zuge der Bedarfs- und Zielgruppenanalyse Expertengespräche mit dem Ziel durchgeführt:

  • eine umfassende Einschätzung der Bedarfslage der Generation 65plus zu erhalten
  • Lücken und Potentiale in der Begleitung, Betreuung und Versorgung der Generation 65plus zu identifizieren
  • Erwartungen an das geplante Studienprogramm (z.B. Inhalte und Kenntnisse, organisatorische Rahmenbedingungen) zu klären

Unter folgendem Link finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse sowie Rahmendaten der durchgeführten Gespräche:  ZM65plus - Programmplanung Expertengespräche

Zusätzlich zu den Befragungen wurde durch die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros für uns eine schriftliche Expertise „Wohnen und Quartier“ erstellt. Sowohl in den Vorgesprächen als auch in den Befragungen hat sich dieses Thema als besonders relevant erwiesen. Die Ergebnisse können Sie hier nachlesen: BaS-Expertise Wohnen und Quartier

Neben Partnern und Partnerinnen aus der Praxis wurden auch potentielle Teilnehmende von Weiterbildungsangeboten im Allgemeinen und dem geplanten Studienangebot im Besonderen befragt. Gegenstand der Befragung waren unter anderem Erwartungen an berufliche Weiterbildungsangebote (z.B. Inhalte, Aufbau, Finanzierung), Weiterbildungsintentionen und -ziele sowie bisherige Lern- und Weiterbildungserfahrungen. Zu den Befragten zählten sowohl Studierende verschiedener Fachrichtungen als auch Nichtstudierende. Eine Beschreibung der Stichprobe, Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse inkl. Vergleich von Studierenden und Nicht-Studierenden sowie zugehörige Fragebögen finden sich im folgenden Dokument: ZM65plus - Programmplanung Zielgruppenanalyse

Programmentwicklung

Auf Grundlage der Ergebnisse der Expertengespräche wurden die Inhalte und Themenbereiche des Studiums festgelegt. Diese wurden im Zuge von Gesprächen mit Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen aus den jeweiligen Themen- und Fachbereichen noch einmal konkretisiert. Bezogen auf Lehr- und Lernformate wurde sich zunächst für eine Kombination von Selbststudienphasen mit Studienbriefen und anwendungsbezogenen Präsenzsitzungen entschieden.

Die besondere Herausforderung bei der Erstellung von Studienbriefen besteht darin, die Studierenden in die Lage zu versetzen, sich selbständig die Inhalte und das notwendige Fachwissen anzueignen und die zuvor festgelegten Lernergebnisse zu erreichen. Um die Autoren und Autorinnen auf diese Aufgabe vorzubereiten und bei der Erstellung des Studienbriefs zu unterstützen, wurde eine Handreichung erarbeitet: ZM65plus - Programmentwicklung Autorenhandreichung

Auch die Gestaltung von Präsenzsitzungen im Rahmen des Weiterbildungsstudiums stellt Lehrende vor Anforderungen, die sich von der grunständigenden Lehre unterscheiden können. Auch hierfür haben wir zur Unterstützung und Vorbereitung der Dozentinnen und Dozenten eine Handreichung erarbeitet: ZM65plus - Programmentwicklung Handreichung Präsenzveranstaltung

Studienprogramm

Beruhend auf den derzeitigen Erkenntnissen wurde ein vorläufiger Modulplan erstellt. Für die einzelnen Inhalte wurden zudem Studienbriefe verfasst, die derzeit  noch didaktisch aufbereitet werden. Den Modulplan und die zugehörigen Inhalte können Sie hier einsehen: ZM65plus - Modulplan

Im Wintersemester 2016/2017 fand die Erprobung einiger ausgewählter Modulbestandteile statt. Diese Erprobung wurde umfassend evaluiert. Das Evaluationskonzept sowie die eingesetzten Erhebungsinstrumente sind hier abrufbar: ZM65plus - Erprobung: Evaluationskonzept

Pressemitteilung

Jena, Januar 2017

Erfolgreicher Abschluss der Workshop-Reihe Zukunftsmarkt 65plus

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena fand vom 28.10.2016 bis 27.01.2017 die Workshop-Reihe des BMBF-Projekts Zukunftsmarkt 65plus statt. "Hintergrund unserer Workshop-Reihe ist ein 3-semestriger Zertifikatsstudiengang, der 2018 beginnen soll", betont Prof. Dr. Bärbel Kracke, die zusammen mit apl. Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund die Projektleitung übernimmt. „Dieses Weiterbildungsstudium soll dazu befähigen Angebote für Senioren und Seniorinnen zu entwickeln und umzusetzen“, ergänzt Kollegin Dr. Astrid Körner, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin.

Während der Workshop-Reihe wurden die drei Themenblöcke 1) Lernen Erwachsener, 2) unternehmerische Kompetenzen und 3) Bewegung und Training behandelt, welche neben vielen anderen Themen Bestandteile des zukünftigen Weiterbildungsstudiums sind. Neben den Präsenzblöcken hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit Studienbriefe zu den genannten Themen zu lesen und sich so im Vorhinein Wissen anzueignen.

Außerdem wurde den Teilnehmenden Zeit eingeräumt an eigenen (unternehmerischen) umsetzbaren Ideen zu arbeiten, um diese dann am 27.01.2017 im Rahmen eines kurzen Pitches zur Abschlussveranstaltung zu präsentieren. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung. Es wurde mit Sekt und Saft auf eine erfolgreiche Beendigung der Workshop-Reihe angestoßen.

Die Teilnehmenden kamen aus allen Bereichen des Berufslebens: Absolventinnen, Berufstätige aus der Sozialwirtschaft, selbständig Tätige, Berufstätige aus dem öffentlichen Dienst sowie Studierende der Erziehungswissenschaft waren anwesend.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und lässt auf eine erfolgreiche Einführung des Weiterbildungsstudiums hoffen. Auf unserer Internetseite halten wir Sie selbstverständlich darüber weiterhin auf dem Laufenden.

Vielleicht haben Sie Fragen oder Anregungen? Dann kontaktieren Sie uns bitte hier!

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Foto: Jonas Dirlam
          

Aktuelles

Die Workshop-Reihe ZM65plus wurde erfolgreich abgeschlossen.

Team

Prof. Dr. Bärbel Kracke
(Projektleitung)
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Institut für Erziehungswissenschaft

Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund
(Projektleitung)
Dezernat für Akademische und Studentische Angelegenheiten

Dr. Astrid Körner
(Wiss. Mitarbeiterin)
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Institut für Erziehungswissenschaft

Nicole Fuchs
(Wiss. Mitarbeiterin)
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Institut für Erziehungswissenschaft

Julia Engert
(Wiss. Hilfskraft)
Jonas Dirlam
(Stud. Hilfskraft)

Kontakt

Nicole Fuchs
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Institut für Erziehungswissenschaft
Friedrich-Schiller-Universität
Am Planetarium 4
07743 Jena

Telefon 03641-9 45359
Fax 03641-9 45362
Email nicole.fuchs[at]uni-jena.de

Weitere Informationen

Poster Auftaktveranstaltung 2. Wettbewerbsrunde "Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen" (Berlin, Oktober 2014)

Weitertbildung an der Universität Jena

Projektrahmen

Das Projekt ist Teil der zweiten Wettbewerbsrunde des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bund-Länder-Wettbewerbs "Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen"
(Förderphase I: 08/2014 - 01/2018).

Aufstieg durch Bildung

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