Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre

Der aktuelle Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre (TBP-10) wird um die Jugendphase bis 18 Jahre erweitert. Damit stellt der Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre (TBP-18) eine Fortschreibung und Überarbeitung des bisherigen Bildungsplans dar. Mit Fertigstellung des neuen Plans wird der TBP-10 integriert; es entsteht somit ein Gesamtwerk. Zentrale Ideen und Konzepte werden dabei kontinuierlich weiter geführt. Dies betrifft insbesondere folgende Grundposition: Im Mittelpunkt stehen nicht gesellschaftliche Anforderungen an Kinder und Jugendliche, sondern Bildungsansprüche von Kindern und Jugendlichen gegenüber der Gesellschaft. Bildung ist dabei als aktive Auseinandersetzung mit der Welt zu verstehen.

Welche Funktion hat der Bildungsplan?

Der Bildungsplan beschreibt Bildung unabhängig von Institutionen oder Lehrplänen. Mit den Bildungsbereichen werden unterschiedliche Perspektiven auf die Welt beschrieben, die in jeglichen Bildungssituationen wirksam werden können. Es werden ausdrücklich nicht Schulfächer abgebildet. So sind z.B. sprachliche Bildung und Gesundheitsbildung fächerübergreifend relevant. Die im Bildungsplan dargestellten Bildungsangebote können in vielfältigen Bildungssituationen in- und außerhalb von schulischem Unterricht realisiert werden. Daraus ergeben sich Anlässe zu Kooperationen zwischen allen Akteuren, die an Bildung beteiligt sind.

Der Bildungsplan soll eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis darstellen. Er kann somit von Pädagoginnen und Pädagogen sowohl in der Aus- und Weiterbildung, als auch in der täglichen praktischen Arbeit verwendet werden. Praktische Relevanz und Verständlichkeit sind deshalb ein wichtiges Ziel.  

Wie wird der Bildungsplan erarbeitet?

Der TBP-18 wurde durch ein wissenschaftliches Konsortium in Zusammenarbeit mit einem Fachbeirat erarbeitet. Dem Fachbeirat gehören verschiedene Vertreterinnen und Vertreter aus der pädagogischen Praxis an. Zudem unterstützten Praxispartner mit wertvollen Hinweisen die Erarbeitung des TBP-18.

Wie ist der Bildungsplan aufgebaut?

Der Aufbau des neuen Bildungsplans folgt in großen Teilen der Struktur des bisherigen TBP-10. Es gibt drei Hauptkapitel, die jeweils in mehrere Unterkapitel unterteilt sind. In Kapitel 1 werden erziehungswissenschaftliche Grundpositionen, insbesondere das Bildungsverständnis besprochen. Die thematischen Unterbereiche dienen dazu, den "Gesamtkomplex" Bildung zu verdeutlichen und strukturiert zu beschreiben. Im Kapitel 2 werden verschiedene Bildungsbereiche mit grundlegenden Wissensbeständen und Bildungsinhalten sowie konkreten Anregungen in Form von Tabellen aufgeführt. In Kapitel 3 sind die Themen pädagogische Qualität und pädagogisches Qualitätsmanagement zentral, um die individuellen Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen möglichst gut unterstützen zu können.

Homepage: http://www.bildungsplan.uni-jena.de

Konsortiumsvorsitzende

Prof. Dr. Bärbel Kracke
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Erziehungswissenschaft, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie

Konsortiumsmitglieder

Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft
Lehrstuhl für Schulpädagogik und Didaktik

Jun. Prof. Dr. Sandra Fleischer; Universität Erfurt
Prof. Dr. Ronald Lutz; Fachhochschule Erfurt
Prof. Dr. Ada Sasse; Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Marianne Steffen-Wittek; Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Prof. Dr. Ulrike Stutz; Universität Erfurt
Prof. Dr. Michael Wermke; Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. Dr. Volker Woest; Friedrich-Schiller-Universität Jena

Projektmitarbeiter

Michael Wiegleb; m.wiegleb@uni-jena.de